Florian Vrecko stürmt ins Gelbe Trikot

Saisonstart nach Maß für das Team Strassacker: Florian Vrecko triumphiert bei der Göttinger Tour d’Energie als Solist und stürmt damit ins Gelbe Trikot des German Cycling Cup – auch das Ergebnis einer starken Teamleistung.

Lange Zeit seinen Sieg zu genießen, hat Florian Vrecko nicht. Kurz nachdem er als Solist jubelnd über die Ziellinie raste, steht er auf einer kleinen Verkehrsinsel im strömenden Regen. Klitschnass klebt das celestefarbene Strassacker-Trikot auf seinen schmalen Schultern, die drahtigen Beine zeigen Gänsehaut. Man friert beim Zuschauen. Aber der Bochumer Bergspezialist lächelt: “Ich bin davon ausgegangen, dass mich die Verfolger noch einholen, zumal am Ende ziemlich der Wind drauf stand. Aber es hat ja zum Glück gereicht.” Nur von Glück allein kann man allerdings nicht sprechen nach 30 harten Minuten Soloflucht. 17 Sekunden Vorsprung verteidigte Vrecko bis ins Ziel  – ein mehr als verdienter Sieg im ersten Saison-Rennen des German Cycling Cups. Damit gewinnt Strassacker bereits zum Dritten Mal in Folge das Auftaktrennen der Serie.

Begonnen hatte das Rennen mit trockenem Wetter und einer erwartbar hektischen Startphase. Team Strassacker konterte praktisch alle Vorstöße der anderen Teams, um das Rennen bis zu den Anstiegen zu kontrollieren. Allen voran der aufmerksame Marco Schuchert, aber auch Tempobolzer Holger Faupel sowie Lennart Böhm und Joscha Weber waren in dieser Phase für die Arbeit an der Spitze des großen Feldes eingeteilt. An den ersten Anstiegen erhöhte die Équipe aus Süßen dann das Tempo, um das Rennen schwer zu machen. Am zweiten Anstieg in Meensen trat Holger Koopmann  an und setzte sich mit Frieder Uflacker und Christoph Mönig ab. Unten im Tal in Hann. Münden wurde das Trio aber wieder gestellt.

Nach dieser Vorspeise folgte der Hauptgang im Menü “Tour d’Energie”: der Anstieg durch den Brahmwald. An dem rund fünf Kilometer langen Berg gingen Nils Kessler, Florian Vrecko und Christian Thomas in die Offensive. Ihr Vorstoß führte zu einer Abspaltung einer rund 25 Fahrer starken Kopfgruppe, zu der neben dem erwähnten Trio auch die Strassacker-Athleten Christopher Heider, Boris Halsner, Daniel Eisele sowie der am Berg immer stärker werdende Sprintspezialist Timo Dahlheimer zählten. Team Strassacker nutzte die numerische Überlegenheit sofort zur Attacke: Zeitfahrspezialist Christian Thomas setzte sich alleine ab, während hinter ihm wieder eine größere Gruppe um Holger Koopmann, Lennart Böhm und Joscha Weber nach vorne aufschloss.

Bis zum Fuß des finalen Anstiegs zum Hohen Hagen verteidigte Christian Thomas bravourös seinen Vorsprung vor den Verfolgern und zwang so andere Teams zur Nachführarbeit. “In der Ebene liefs gut bei mir, am Ende taten die Beine dann aber ziemlich weh”, so Thomas. Am Hohen Hagen fiel dann die Vorentscheidung des Rennens: Ex-Strassackerfahrer Manuel Kirfel (Team Bürstner-Dümo) attackierte und die Renners in celeste reagierten mit mehreren Fahrern. Auf der regenassen und damit technisch anspruchsvollen Abfahrt war es dann Florian Vrecko, der sich ein Herz fasste und alleine der Konkurrenz davon stürmte.

“Die Abfahrt musste man vorsichtig fahren. Danach bin ich dann ein ziemlich hartes Tempo gefahren, um eine Lücke zu reißen. Hintenraus ging es dann ums Überleben, das war wirklich hart, meinen Vorsprung zu verteidigen.” Aber es gelang FlorianVrecko, der überlegen gewann. Dahinter sah es lange sogar nach einem möglichen Strassacker-Doppelsieg aus, denn in einer siebenköpfigen Verfolgergruppe fuhren auch die endschnellen Christopher Heider und Timo Dahlheimer. Doch dann stürzte Dahlheimer: “Leider ist vor mir jemand eine Welle gefahren, hat mein Vorderrad weggerissen und ich lag im Grünstreifen”. Nachwuchstalent Christopher Heider machte anschließend seinen Job hervorragend und kam als Vierter hinter Stefan Räth (Merkur Cycling) und Manuel Kirfel (Team Bürstner-Dümo) ins Ziel.

Dahinter kam es im Sprint des geschrumpften Feldes auf regennasser Fahrbahn zu chaotischen Situationen, auch weil ein Teil des Feldes kurz vor dem Ziel in einem Kreisverkehr falsch abbog. Letztlich sorgten Joscha Weber (16.) und Holger Faupel (21.) für einen guten dritten Platz in der Teamwertung – mit Platzziffer 42 musste sich Strassacker diesmal Team Bürstner-Dümo (37) und Merkur Cycling (38) geschlagen geben. Dennoch zog Teamchef Franco Adamo natürlich ein sehr  positives Fazit, auch weil Bianca Brückner bei den Frauen auf einen guten 8. Gesamtrang (5. AK) fuhr: “Die Mannschaft hat die Taktik sehr gut umgesetzt. Wir haben heute unsere Qualität gezeigt und eine echte Duftmarke für die nächsten Rennen gesetzt.”

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Die Einzelplatzierungen von Team Strassacker in Göttingen:

Männer:

01. Florian Vrecko (1. AK Masters 1)
04. Christopher Heider (2. AK Männer)
16. Joscha Weber
21. Holger Faupel (1. AK Masters 2)
34. Nils Kessler
38. Holger Koopmann
40. Daniel Eisele
44. Lennart Böhm (1. AK Junioren)
62. Boris Halsner
73. Timo Dahlheimer

Frauen:

08. Bianca Brückner

Nächstes Rennen am:
1. Mai 2015: Skoda Velotour Eschborn-Frankfurt, Frankfurt („Rund um den Finanzplatz“)

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