Erfolgreiches „Rad am Ring“-Wochenende für das Team Strassacker

Am vergangenen Wochenende stand nach einer längeren Pause für die Fahrer vom Team Strassacker das vierte Rennen im Rahmen der German Cycling Cup Serie auf dem Programm. Nach Köln, Göttingen und Schleiz war nun „Rad am Ring“ an der Reihe. 

In großer Besetzung sind wir in der Eifel angetreten. Trotz der gemischten Wetteraussichten sei jetzt schon gesagt „es blieb trocken“.

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Rad am Ring – 150 km:

Leider mussten wir kurzfristig auf einen unserer Leistungsträger „Thorsten Blatz“ verzichten, wodurch die Planung und die Ausrichtung unserer Renntaktik kurzfristig durcheinander gebracht wurde, aber es war noch genügend Zeit mit der richtigen Strategie die Jungs ins Rennen zu schicken. Das Team Strassacker 1 bestand aus: Florian Vrecko, Manuel Kirfel, Stefan Hofmann, Daniel Eisele, Jens-Christian Brockmann (neuer Gastfahrer und aktuell neues Teammitglied) sowie Philippe Deckers und Timo Dahlheimer. Wir hatten alle ein gutes Gefühl und den Anspruch und die Hoffnung vordere Platzierungen oder sogar Podiumsplätze in der Einzel- sowie Teamwertung einzufahren.

Die Form der Jungs war sehr gut, zumal eine Woche zuvor ein letzter Formtest beim Tannheimer Radmarathon von einigen Teamfahrern erfolgreich gefahren wurde. Andere hatten noch die gute Form während der Transalp in den Beinen und der Verlauf der Regeneration seit der Transalp sollte sich positiv auf das Team- sowie die Einzelergebnisse beim Rad am Ring auswirken (so die Hoffnung).

Die meisten vom Team reisten am Samstagmorgen an, doch durch Staus und andere organisatorische Verzögerungen ergab sich etwas Hektik und Zeitnot. Wir beschlossen trotzdem noch einmal eine kurze Teambesprechung abzuhalten und unsere Taktik für das Rennen durchzugehen. Die Wetterbedingungen waren optimal und einem erfolgreichen Abschneiden stand nichts im Wege. Doch leider wurde unsere taktische Ausrichtung nach dem Sturz von Stefan Hofmann gleich nach dem Start (Zusammenstoß mit Nino Ackermann vom Bürstner Team) in der Fuchsröhre vereitelt. Mit dem letztjährigen Sieger in seiner Altersklasse war mit Stefan gleich ein wichtiger Leistungsträger ausgefallen. So mussten wir von Beginn an unsere Taktik komplett umstellen und mit nur noch sechs Mann das Rennen (150 km / 6 Runden) zu Ende fahren.

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Hierzu die Schilderung von Florian Vrecko aus seiner persönlichen Sicht:

Das Warmfahren auf der Grandprixstrecke war aufgrund des U23-Rennens, das in der Stunde vor dem Start stattfand, etwas chaotisch. Ich schaffte es 2 min vor Start als letzter von Strassacker tatsächlich noch in den richtigen Startblock.

Von dem Stress konnte ich mich zu Anfang kaum erholen: In der ersten Runde auf der Abfahrt in die Fuchsröhre stürzte  Stefan Hofmann mit Nino Ackermann von Bürstner-Dümo Cycling, glücklicherweise waren beide mit glimpflichen Blessuren im Ziel wieder auf den Beinen.

Nach und nach wurde das Ausmaß der harten Konkurrenz im Feld sichtbar: Neben den großen Teams im German Cycling Cup begrüßten wir Bury Bart aus Belgien, den wir auf der Transalp (als Etappengesamtsieger) kennengelernt hatten mit weiteren belgischen Fahrern zur Begleitung.  In Runde drei  tauchte der aus dem hinteren Block gestartete Nikita Eskov, Ex-Profi u.a. bei Team Tinkoff Credit und Katjuscha mit Teamkollege und Ex-Profi Guiseppe di Salvo (bei Miche-Guerciotti) auf, letzteren sahen die Strassacker-Kollegen letzes Wochenende  beim Tannheimer-Radmarathon siegen.

Schon in der 3. Runde an der Hohen Acht (die fast 500 Höhenmeter der Runde an einem Stück mit einem 2 minütigen Steilstück mit 17% am Ende) testete Bury Bart das Feld auf die Stärke am Berg, sein Tempodiktat war hart. Am Berg zeigten sich sonst die Strassackerfahrer stark. Merkur Druck Cycling versuchte durch Tempoverschärfungen auf der Döttinger Höhe und an den Wellen das Feld zu zermürben. Die Attacken Einzelner wurden abgefangen. So bestand die Spitze in den ersten Runden aus einem Feld von über 40 Fahrern. Mir fiel es schwer die Übersicht zu behalten, da ich mich z.T. nicht so weit vorne aufhielt und da es viele „unbekannteTrikotfarben ganz vorne gab, auf die acht zu geben war. Die  frühe Fluchtgruppe mit Vorjahressieger Anthony Spysschaert hatten wir noch alle gut in Erinnerung und so wurde keiner mit internationalem Akzent aus den Augen gelassen.

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Eine ordentliche Selektion erfolgte am Ende der 4. Runde vor Start und Ziel, nachdem immer wieder einzelne unterschiedliche Fahrer das Tempo erhöhten. Ich ergriff die Initiative um eine größere Lücke an Start/Ziel zu einem Fahrer vom Team Merkur-Druck zu schließen. Von da an bestand die Spitzengruppe zunächst aus Nikita Eskov, Giuseppe di Salvo, Friedrich Schweizer, Stefan Räth und Christian Dengler sowie Manuel Kirfel, Daniel Eisele und mir. Jens Christian Brockmann konnte im Verlauf noch nach vorne aufschließen, Bart Bury erreichte die Gruppe in der 5. Runde an der 17% steilen Hohen Acht.

In der letzten Runde am Karussell zur Hohen Acht erhöhte Bart Bury mit Giuseppe di Salvo am Hinterrad das Tempo. Ich folgte, dahinter riss ein großes Loch zu Merkur Druck und den Anderen. Bis dato waren meine Beine bequem mit dem Tempo am Berg gewesen, meine Tagesform schien zu passen. Jetzt überschritt ich absolut die Schmerzgrenze um das Hinterrad der beiden zu halten. Dreimal ließ ich fast reißen und nur mit Zähne zusammenbeißen konnte ich wieder aufschließen.

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Zum Glück kamen mir die 17% nach 8 Minuten entgegen, meine Beine mobilisierten irgendwie noch knapp 2 Minuten über 6w/kg, die beiden erhöhten das Tempo nicht noch extremer, sodass ich mich mit ihnen über die Kuppe retten konnte. Krämpfe kündigten sich bei mir an, die mich auf der Döttinger Höhe fast stoppten, so dass ich das Finale zwischen den Beiden nicht live verfolgen konnte.

Aber glücklicherweise fand das Adrenalin den Weg zurück in meine Beine für die letzte Welle ins Ziel. Mit knapp 30 Sekunden Vorsprung vor mir hörte ich die Zielansage der Sprintentscheidung für Guiseppe di Salvo vor Bart Burg. Mit ca. 1 Minute Rückstand überquerte Christian Dengler das Ziel als Vierter. Die Gruppe hatte sich über die Hohe Acht auch hinter uns völlig zerpflückt.

Gefreut hab ich mich unglaublich über den 3. Treppchenplatz und der hervorragenden Arbeit meiner Teamkollegen die mich zu diesen tollen Erfolg bei der starken Konkurrenz unterstützt haben!

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Ergebnisse 150-km-Strecke:

Am Ende sollte sich die Schinderei und das Kämpfen für alle Teamfahrer bezahlt machen. In der Einzel- und Teamwertung holte sich das Team die erhofften Podiumsplätze. Dabei gewann Florian Vrecko den 3ten Platz in der Einzel- sowie Altersklassenwertung und war somit bester deutscher Starter auf der 150-km-Distanz.

Weitere ausgezeichnete Einzelplatzierungen :

Jens Christian Brockmann = 7. Platz Gesamt sowie 6. Platz AK-Wertung

Daniel Eisele = 13. Platz Gesamt sowie 4. Platz AK-Wertung

Manuel Kirfel = 15. Platz Gesamt sowie 12. Platz AK-Wertung

Philippe Deckers = 27. Platz Gesamt sowie 18. Platz AK-Wertung

Timo Dahlheimer = 36. Platz Gesamt sowie 14. Platz AK-Wertung

Somit war der 2. Platz in der Teamwertung, hinter dem Team Verve die logische Konsequenz und der Lohn der harten Arbeit vom ganzen Team. Der 3. Platz ging an die Führenden der GCC-Serie (mit nun schon acht Wertungsläufen) dem Team Merkur Druck.

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Rad am Ring – 75 km

Auf der kleinen Runde (75 km / 3 Runden) ging ein durch Krankheit und Verletzungen stark dezimiertes Team mit Peter Weingrill, Johannes Zorniger, Joscha Weber, Thomas Krecken und Daniel Scholz an den Start. Hier fuhren die Strassacker-Fahrer auch ein sehr starkes Rennen. Aufgrund der Ausfälle waren in der Teamwertung keine allzu großen Hoffnungen vorhanden. Wie jedes Jahr bei Rad am Ring hat das Ausscheidungsfahren vom Start weg angefangen.Man nahm sich vor möglichst zusammenzubleiben, um in der Teamwertung weit vorne zu landen. In der ersten Runde war das Tempo derart hoch und die Rennsituation derart konfus, dass man sich aus den Augen verlor. Die Konfusion war durch Langdistanzfahrer entstanden, die sich fälschlicherweise bei den 75-km- anstatt bei den 150-km-Fahrern am Start einsortiert hatten. Diese Fahrer machten sich nun auf und davon, um die 150-km-Spitze wieder aufzufahren, so Thomas Krecken.

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Ergebnisse 75-km-Strecke:

Peter Weingrill konnte sich trotz der chaotischen Situation vorne platzieren und am Ende einen tollen 14. Gesamtrang (AK-4. Platz) erzielen, obwohl er die letzte Runde mit komplett leeren Flaschen gefahren ist. Die anderen Fahrer der Kurzstrecke schlugen sich auch sehr gut und so kam Johannes Zorniger auf Gesamtrang 23 (AK 5. Platz) und Joscha Weber auf Rang 36 (AK 14. Platz) ins Ziel. Thomas Krecken folgte auf Rang 58 (AK 14. Platz) und Daniel Scholz auf Rang 221.
Dennoch sei hierbei  erwähnt, dass der 5. Platz in der Teamwertung unter diesen Voraussetzungen hervorragend war.

Auch unsere einzige Frau „Gastfahrerin“ Katja Troschka schlug sich sehr tapfer über die drei Runden. Sie belegte schlussendlich  noch einen guten 19. Platz in der Gesamtwertung sowie einen 5. Platz in ihrer Altersklasse.

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Fazit und Ausblick:

An dieser Stelle erst einmal ein großes Dankeschön an alle Helfer die an der Hohen Acht standen, um das Team moralisch und mit Verpflegung zu unterstützen.

Somit verlief der vierte Gastauftritt vom Team Strassacker im German Cycling Cup wieder einmal sehr erfolgreich und es zeigt einmal mehr, dass in der Königsdisziplin (auf den langen Distanzen) ein Podiumsplatz für das Team Strassacker immer ein berechtigtes Ziel darstellt, so Teamchef Franco Adamo.

Zeit zum Ausruhen und feiern bleibt aber dem Team trotzdem nicht, denn bereits am nächsten Samstag (02.08.2014) steht mit dem Arlberg-Giro die nächste Veranstaltung in den Bergen für das Team auf dem Plan.

Der nächste Gastauftritt vom Team Strassacker in der German Cycling Cup Serie wird beim Riderman in Bad Dürrheim sein.

Das ganze Team wünscht an dieser Stelle seinem gestürzten Teamkollegen Stefan Hofmann eine baldige Genesung und das er spätestens beim Ötztaler wieder zeigen kann welch starker und wichtiger Fahrer er für das Team Strassacker ist.

Euer Team Strassacker

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Bildnachweise: © Challenge-Magazin, Sportograf-Bestof

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