Team Strassacker auf der Suche nach Perfektion

„Die letzten Monate und auch den Sommer des letzten Jahres, in dem die Rennen aus bekannten Gründen leider in den Hintergrund gerieten, hat das Team genutzt, um an Stellschrauben zu drehen, für die man während der normal verlaufenden Rennsaisons normalerweise keine Zeit hat“, so Franco Adamo, Teamchef des Team Strassacker.
„Es war uns immer ein Anliegen, alle Register zu zücken, um am Renntag bestvorbereitet an der Startlinie zu stehen. Wir möchten hier aber nochmal klarstellen, dass sich das Team einem Ehrenkodex verpflichtet hat und Doping in jeder Form ablehnt.“

Rückblick auf das Teamwochenende in Siegen, bei dem das ‚pedalphasierte Training‘ im Fokus stand. In der Markierung zu sehen: (Fast) alle Kurbeln sind in der unteren Null-Stellung. Bildrecht: Holger Radifo

Aber worum geht es genau?
Laut neuester griechischer Studien (vgl. Ericos Aeropedalus et al., 2020), bringt eine exakt gleich phasierte Pedalumdrehung bei einer Geschwindigkeit von 40km/h schon ab 4 Fahrern im Windschatten eine Wattersparnis von durchschnittlich 2 Watt. Aeropedalus geht sogar weiter und wagt eine Prognose, dass sich diese Ersparnis ab 4 Fahrern aufwärts exponentiell entwickelt, je mehr Fahrer hintereinanderfahren. Sprich: 4 Fahrer: 2 Watt Ersparnis, 5 Fahrer: 4 Watt Ersparnis, 6 Fahrer: 8 Watt Ersparnis usw. Die „Wattgutschrift“ wird pro Fahrer gerechnet. Somit ergäbe sich bei einem perfekt abgestimmten Drafting von 6 Fahrern 2+4+8 = 14 Watt Ersparnis für die Gruppe, also im Schnitt 14:6 = 2,33 Watt Ersparnis pro Fahrer.

Adamo zu diesem Projekt, was vor allem im gemeinsamen Teamwochenende in Siegen vermehrt trainiert wurde: „Wir haben uns im Frühjahr in einer Videokonferenz mit dem Team beraten, ob wir dieses Projekt angehen wollen und waren uns einig. Auch wenn eine reine Strassacker-Ausreißergruppe eher unwahrscheinlich ist, können wir im Fall der Fälle ein paar Watt sparen.“

Die einzige Baustelle sei noch das Übersetzungsproblem: „Technisch gesehen, müssen unsere Räder natürlich harmonieren, um den Effekt nutzen zu können. Aber auch da sind wir zuversichtlich, dass dies bis zu den ersten Rennen, wo dieser „Meilenstein“ (den sich sicherlich einige Profiteams abschauen werden, wenn es erstmals gelingt, eine solche Ausreißergruppe zu stellen) zum Tragen kommen könnte, gelingt. Und seien wir mal ehrlich“, so Adamo, „neben dem Leistungsvorteil sieht es auch einfach gut aus.“

Wir haben lange überlegt, ob wir mit dieser bahnbrechenden Idee an die Öffentlichkeit gehen. Da wir aber für Chancengleichheit im Radsport sind, haben wir uns dafür entschieden. Nicht zuletzt, da wir den entscheidenden zeitlichen Vorteil haben und die Umsetzung für andere Teams, zumindest in dieser Saison, nicht mehr möglich sein sollte.

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