Tour de Kärnten 2016

Tour de Kärnten – Strassacker brilliert

Florian Vrecko wird Zweiter der Tour de Kärnten

Rang zwei im Gesamtklassement, zwei Etappensiege, fünf weitere Podestplätze, dazu stärkstes Team der Rundfahrt – die Strassacker-Bilanz bei der Tour de Kärnten kann sich sehen lassen.
Beeindruckend waren aber nicht nur die Ergebnisse, sondern vor allem der Zusammenhalt des Teams.

Man kann die Geschichte der Tour de Kärnten 2016 auch vom Ende her erzählen. Letzte Etappe von Ossiach nach Bad Bleiberg. Noch einmal 102 Kilometer, noch einmal zwei anspruchsvolle Anstiege, die im Etappenprofil gar nicht so schwer aussahen. Und noch einmal eine bärenstarke Teamleistung von Strassacker. Von Anfang an waren die Fahrer in Celeste ganz vorne zu finden und sie gingen in die Offensive: Marco Schuchert und Niklas Frambach setzten sich mit einer Gruppe ab, während ihre Teamkollegen das Feld kontrollierten. Als die Gruppe gestellt war, machten sich Timo Dahlheimer und Christian Thomas, begleitet von weiteren Fahrern auf und davon und diesmal blieb die Gruppe vorne – perfekte Teamarbeit.

Auftakt nach Maß: Christopher jubelt in Feldkirchen

Erst im finalen Anstieg des Tages zerfiel die Kopfgruppe und die Favoriten im Gesamtklassement schlossen auf. Christian Thomas gelang trotz der langen Flucht ein starker dritter Platz, Florian Vrecko wurde 5., Nils Kessler 7. Und Christopher Heider 9. – ein Ergebnis, dass die Qualität des Strassacker-Kaders gut widerspiegelt. Herausragend nach einer Woche Tour de Kärnten war jedoch Florian Vrecko. Der Berg- und Zeitfahrspezialist aus Bochum landete nach 430 Kilometern und 7400 Höhenmetern auf Rang zwei, nur geschlagen vom Österreicher Lucas Schwarz (Team Physio 1.0), der sich den Gesamtsieg mit teilweise beeindruckendem Tempo am Berg holte. Dritter wurde Jernst Tempelaar (ohne Team) aus den Niederlanden. „Danke an alle Teamkollegen für die Unterstützung und das Aufpassen im Rennen“, bedankte sich Florian später bei seinen Mannschaftskameraden für eine intensive und erfolgreiche Rennwoche.

Schon der Start war ein voller Erfolg. Beim Feldkirchener Alststadtkriterium, dem inoffiziellen Prolog der Tour, setzte sich Christopher Heider auf einem anspruchsvollen Innenstadtkurs von der Konkurrenz ab und gewann, Joscha Weber und Lennart Böhm rundeten das Ergebnis als Sechster bzw. Siebter ab. Die erste Etappe verlief dann allerdings weniger positiv: Gleich auf der ersten Abfahrt wurde Nils Kessler in einen Sturz verwickelt, verletzte sich am Unterarm, konnte das Rennen aber fortsetzen. Auf der zweiten Abfahrt stürzte dann Joscha Weber und verlor durch Sturzwunden und eine defekte Schaltung viel Zeit. In der finalen, sehr steilen Abfahrt hinab ins Ziel in Feldkirchen stürzte dann auch noch Christopher Heider in aussichtsreicher Position wegen Kies auf der Fahrbahn und zerbrach dabei sogar seinen Rahmen. Auch er erreichte dennoch das Ziel.

Solofahrt mit Happyend für Christian

Die zweite Etappe war dann wie Balsam auf die Strassacker-Seele. Florian Vrecko raste in beeindruckend aerodynamischer Sitzposition auf Rang zwei, dicht gefolgt von Kraftpaket Christian Thomas auf Platz drei, der auf dem leicht welligen 40-Kilometer-Parcours einmal um den Ossiacher See seine Zeitfahrqualitäten voll ausspielen konnte.

Der dritte Tagesabschnitt geriet dann zum echten Krimi: Auf der Königsetappe, die über das 1609 Meter hohe Dach der Tour auf der Hochrindl führte, setzte sich Christian Störzer rund 20 Kilometer vor dem Ziel ab, wurde vom Feld verfolgt, hielt sich an der Spitze und konnte auch am im Durchschnitt mehr als 10 Prozent steilen und fünf Kilometer langen Schlussanstieg hinauf nach Buggl in Bach seinen Vorsprung lange verteidigen. Wenige Meter vor dem Ziel überholte ihn dann lediglich  Vorjahressieger Gunther Zechmann, der sich zuvor allerdings regelwidrig des Helmes, seines Trikots sowie der Startnummer entledigt hatte. Auf Grund dessen vom Veranstalter disqualifiziert wurde, gewann Christian Störzer dank seiner eindrucksvollen Solofahrt die Etappe und war überglücklich.

Unsportliche Zwischenfälle am Dobratsch

Das folgende Bergzeitfahren an Tag vier sah lange ebenfalls nach einem starken Teamergebnis für Strassacker aus. Doch dann ereigneten sich auf der 16 Kilometer langen und mit 1150 Höhenmetern gespickten Strecke hinauf zum 1732 Meter hohen Dobratsch (Villacher Alpenstraße) ebenso unerwartete wie unsportliche Vorfälle, die einige von uns viel Zeit kosteten. Eine Person attackierte neben Motorradmarshalls auch vier Strassackerfahrer während des Rennens indem er Florian Vrecko, Nils Kessler, Christopher Heider und Christian Störzer beleidigte, absichtlich in den Gegenverkehr drängte, handgreiflich wurde und Christopher sogar mit einem gezielten Schubser zu Fall brachte. Dass Florian Vrecko dennoch auf Tagesrang drei kam, war da fast schon Nebensache.

Die richtige Antwort auf die Vorfälle gab das Team am Tag danach auf der Straße: Christopher Heider gewann die 5. Etappe über 94 Kilometer und 1400 Höhenmeter mit einem starken Antritt kurz vor dem Ziel als Solist, Florian Vrecko wurde erneut Dritter. Mit dem abschließenden dritten Rang von Christian Thomas auf der sechsten Etappe endete eine ereignisreiche und erfolgreiche Rennwoche in Kärnten. Dank der malerischen Landschaft rund um den Ossiacher See, dem anspruchsvollen Profil, der sehr herzlichen und leidenschaftlichen Organisation sowie nicht zuletzt dem hohen Niveau ist die Tour de Kärnten für uns die Entdeckung in der Jedermann-Szene.

Vielen Dank an den Autor dieses Berichts: Joscha Weber

Weitere Infos und Ergebnisse:

www.tourdekaernten.at

Impressionen von der Tour:

Tour de Kärnten 2016

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Über Piero Adamo

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1 Kommentar

  1. Super Artikel, danke Joscha.
    Ihr seit ein Hammer Team – Respekt.
    Eine kleine Änderung bitte:
    Beim Link am Ende des Artikels auf unsere Website hat sich ein Fehler eingeschlichen (n) vergessen: http://www.tourdekaernten.at
    Danke
    Bernhard (Tour de Kärnten)

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