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Škoda Velotour 2018: Chris Mai schrammt knapp am Heimsieg vorbei

Auch das zweite Saisonrennen endet mit einem Sieg in der Teamwertung: Beim Jedermannrennen des Frankfurter Radklassiker Eschborn-Frankfurt zeigt Team Strassacker erneut eine starke Leistung als Kollektiv, bei dem am Ende sechs Teamfahrer in die Top Ten fahren.

Im Ziel hadert Chris Mai mit sich. Sein Mienenspiel zeigt Freude, aber auch etwas Enttäuschung. Dabei ist er gerade aufs Podium gefahren – bei seinem Heimrennen. „Ich hätte mir die Zielanfahrt vorher besser anschauen sollen. Die letzten Kurven habe ich nicht perfekt genommen, das hat Anthony besser gemacht“, sagt der Student nach 104 anspruchsvollen Kilometern rund um Eschborn und Frankfurt. Kurz hinter der Ziellinie der Škoda Velotour gratuliert er Anthony Spysschaert (Team Deutsche Kinderkrebsstiftung) zum Sieg. Der Belgier zeigt vor allem in den Anstiegen ein starkes Rennen und knackt am Ende das dominante Strassacker Team mit seiner cleveren Fahrweise im Finale. Chris Mai wird starker Zweiter vor dem ehemaligen Mountainbiker Christian Keuchler (BKK MOBIL OIL CYCLING TEAM).

Dass dieses Trio am Ende den Sieg unter sich ausmachen sollte, war lange nicht klar. In einer nervösen Anfangsphase, die das riesige Starterfeld durch die Häuserschluchten der Frankfurter Innenstadt führte, mussten sich die Renners der Kunstgießerei Strassacker zunächst einmal an die Spitze des Feldes kämpfen. Ein großer VIP-Startblock vor dem eigentlich ersten Startblock machte das Unterfangen nicht leichter. Am Ortsausgang von Frankfurt hatte sich das Team organisiert und übernahm die Kontrolle des Feldes. Mit konstanter Tempoarbeit durch Caspar Rüter, Timo Dahlheimer, Jan Münch, Ben Albers und Joscha Weber wurden alle Attacken im Keim erstickt und das Feld bereits deutlich verkleinert. Alle im Feld schienen jedoch wie gebannt auf die erste echte Prüfung des Tages zu warten.

Stunde der Wahrheit am Feldberg

Der 11 Kilometer lange Anstieg hinauf auf den 850 Meter hohen Großen Feldberg sollte eine Vorentscheidung bringen. Jochen Wallenborn (Team DKS), das Team Strassacker und weitere Fahrer drückten aufs Tempo. Reihenweise Athleten fielen in dem langen Anstieg aus dem Feld heraus. Die Bergwertung gewann Christin Keuchler, wurde jedoch kurz vor der Kuppe unter anderem von Nils Kessler, Tom Walther, Florian Bauer und Chris Mai gestellt. Ein knappes Dutzend Fahrer stürzte sich als Spitzengruppe dann gemeinsam in die Abfahrt. Die wurde vom 432 Meter hohe Ruppertshainer Gegenanstieg unterbrochen, an dem Walther und Bauer aus der Spitze herausfielen.Eschborn2018_7Eschborn2018_6Eschborn2018_5Eschborn2018_4

Fotocredits: Andreas Wagner (www.iq-athletik.de)

Auf dem folgenden Flachstück konnte die Verfolgergruppe um Göttingen-Sieger Hanno Rieping den Kontakt zur Spitze wieder herstellen und sofort ergriff Florian Bauer die Initiative. Mit einem starken Antritt löste sich der Bonner von der Spitzengruppe und jagte als Solist in Richtung Mammolshainer Berg, wurde kurz nach dem bis zu 23 Prozent steilsten Teilstück Mammolshainer Stich aber von einer weiteren Attacke gestellt: Mit Chris Mai, Anthony Spysschaert und Christian Keuchler hatten sich bereits im unteren Teil des Anstiegs die wohl drei stärksten Bergfahrer an diesem Tag abgesetzt. Sie schafften es mit einem ordentlichen Vorsprung über die Kuppe und jagten gemeinsam dem Ziel in Eschborn entgegen. Keuchler fiel zunächst durch technische Probleme zurück, kam aber wieder heran, weil das Führungsduo von zwei ratlosen Führungsfahrzeugen etwas aufgehalten wurde. Im Finale hatte dann Anthony Spysschaert den richtigen Riecher und gewann.

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Fotocredits: AW & FS Radsportfotos (Facebook-Link) + Titelbild

Dahinter sprintete Hanno Rieping im Kampf der Verfolger auf Rang vier. Doch da bei der Škoda Velotour anders als bei allen GCC-Rennen nur die ersten drei Fahrer nach Einlauf gewertet werden und danach die Nettozeit greift, verzerrte sich das Ergebnis etwas. Dennoch blieben mit Holger Koopmann (4.), Nils Kessler (5.), Florian Anders (6.), Florian Bauer (7.) und Tom Walther (8.) fünf weitere Strassacker in den Top Ten, Hanno Rieping wurde als 11. gewertet.

Härteprüfung in Österreich: Die Tour de Kärnten wartet

„Trotz der Tatsache, dass wir inzwischen auch Einzelsiege einfahren, bleibt die Teamwertung unser oberstes Ziel. Wir wollen als Mannschaft stark sein und das ist uns heute wieder eindrucksvoll gelungen“, lobte Strassacker-Teamchef Franco Adamo seine Fahrer. „Natürlich wäre der Einzelsieg das i-Tüpfelchen gewesen, aber Platz zwei schmälert unseren Erfolg nicht. Es war einfach ein Genuss, zu sehen, wie dieses Team harmoniert.“

Mitte Mai erwartet die erste Rundfahrt des Jahres das Team Strassacker: die Tour de Kärnten. Nach Platz 2 für Florian Vrecko und dem Sieg der Mannschaftswertung 2016 will die Mannschaft aus Süßen in Österreich erneut glänzen. Die Formkurve passt.

Ergebnisse Škoda Velotour Extrem 2018

1. Anthony Spysschaert (Team Deutsche Kinderkrebsstiftung)

2. Christoph Mai

3. Christian Keuchler (BKK MOBIL OIL CYCLING TEAM)

4. Holger Koopmann

5. Nils Kessler

6. Florian Anders

7. Florian Bauer

8. Tom Walther

11. Hanno Rieping

14. Denis Holsinger

23. Thierry Henz

35. Kai Miebach

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Fotocredits: Joscha Weber (Team Strassacker)

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