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Nürburgring 2017 – Hanno Rieping rückt Gelb näher

Dort, wo Rudi Altig 1966 zum Weltmeistertitel fuhr, hat sich ein moderner Radklassiker entwickelt: Rad am Ring, das Rennen auf dem Nürburgring, zieht mittlerweile rund 8000 Starter an. Im GCC-Rennen auf der Nordschleife über 150 Kilometer zeigte Strassacker eine gute Teamleistung und Kapitän Hanno Rieping machte im Kampf um das Gelbe Trikot Boden gut.

Peng! Startschuss, einklicken, beschleunigen. Mit Vollgas geht es auf den Grand-Prix-Kurs des Nürburgrings. Das heißt breite Geraden, schnelle Kurven mit rot-weißen Randsteine und Partyatmosphäre am Streckenrand: Tausende 24-Stunden-Fahrer, Betreuer und Fans säumen den Formel-1-Kurs in der Eifel und bereiten dem 6. GCC-Rennen der Saison einen stimmungsvollen Auftakt. Rad am Ring ist inzwischen ein Radsport-Festival. Und gefühlt wächst es jedes Jahr.

Mit über 100 Km/h bergab

Erst, als es für das GCC-Feld auf die Nordschleife geht, wird es ruhiger – am Streckenrand, nicht aber im Rennen. Das knapp 500 Fahrer große Starterfeld des 150-Kilometer-Rennens macht auf den ersten, überwiegend abfallenden Kilometern ordentlich Dampf und das Peloton zieht sich schnell in die Länge. Schon auf der ersten rasanten Abfahrt durch die Fuchsröhre erreichen die schnellsten Fahrer mehr als 100 km/h.

Nach ein paar kurzen Gegenrampen zum Aufwärmen geht es dann zum ersten Mal in die gefürchtete Hohe Acht. Der legendäre Anstieg mit seinen bis zu 18 Prozent Neigung ist selbst für Rennwagen eine Herausforderung, für Radsportler ohnehin. Unter dem Tempodiktat des belgisch-deutschen Corratec-Teams um Ötztaler-Sieger Bernd Hornetz zerfällt das Feld schnell in mehrere Gruppen: In die zwölfköpfige Spitzengruppe schaffen es mit Hanno Rieping, Nils Kessler, Daniel Eisele und Kai Miebach aber vier Strassacker-Fahrer. Zur Verdeutlichung: Miebach muss über 11 Minuten fast 400 Watt treten, um die Spitzengruppe zu halten – ein extrem hohes Niveau. Zugleich eine taktisch hervorragende Situation, denn während Hanno Rieping an der Spitze mitmischt, fehlt Hauptkonkurrent Daniel Knyss.

 Ein Schild sorgt für Verwirrung

Doch kurz darauf herrscht Verwirrung in der Spitzengruppe: Eingangs der Zielgeraden steht ein Schild mit der Aufschrift „Folgerunden rechts“, dem die Spitzengruppe geschlossen folgt und somit den Grand Prix Kurs auslässt, der in den Vorjahren immer befahren wurde. Später stellt sich heraus: Das Schild wurde irrtümlich aufgestellt und der Veranstalter korrigiert diesen Fehler, in dem er den Rennverlauf neutralisiert. Ein Begleitfahrzeug hält die Spitzengruppe für etwa acht Minuten an, bis die Verfolger aufschließen. Das Rennen beginnt quasi von vorn.

Für Strassacker heißt es neu sortieren. Der taktische Vorteil scheint dahin, bis sich erneut eine Spitzengruppe bildet, wieder mit reichlich Celeste-Farbakzent. Während dahinter Team Merkur in dem geschrumpften Hauptfeld in der Verfolgung arbeitet, dividiert sich die Spitze auseinander: Eine siebenköpfige Kopfgruppe – ohne Strassacker-Beteiligung – macht nach gut 3000 absolvierten Höhenmetern den Sieg unter sich aus. Der Belgier Bart van Damme (Grinta! Granfondo Team) gewinnt den Sprint vor Michael Markolf (Team Corratec) und Anthony Spysschaert (Team Deutsche Kinderkrebsstiftung). Die Tatsache, dass mit Stijn Vandenbergh (AG2R) ein aktiver World-Tour-Profi auf den fünften Rang fährt, spricht für die Qualität des Starterfelds. Nach GCC-Reglement hätte der ehemalige Sieger der Irland-Rundfahrt nicht starten dürfen, da „Mitglieder einer bei der UCI gemeldeten Sportgruppe“ von der Teilnahme ausgeschlossen sind. „Wenn der Veranstalter ihn zulässt, stellen wir uns auch einer solchen Herausforderung“, nahm es Strassacker-Teamchef Franco Adamo sportlich.

Souveräne Führung in der GCC-Teamwertung

In der ersten Verfolgergruppe läuft dagegen alles nach Plan: Hanno Rieping (8.) gewinnt den Sprint vor Kai Miebach (9.), Holger Koopmann kommt nach einer sehr starken Leistung und viel Arbeit für seine Teamkollegen auf Rang 14, Denis Holsinger und Christian Thomas schaffen es auf Rang 19. und 20. ebenfalls in die Top 20. In der Teamwertung bedeutet dies Rang zwei hinter dem bärenstarken Team Corratec sowie vor Team Merkur. In der GCC-Teamwertung bauen die Fahrer der Kunstgießerei-Mannschaft ihren Vorsprung damit aus: Mit 2.205 Punkten liegt Strassacker vor dem Team Leeze-Biehler-Xplova (2115 Punkte) und dem Merkur Cycling Team (2114 Punkte). In der GCC-Einzelwertung verkürzen Hanno Rieping (2076 Punkte) und Kai Miebach (2014 Punkte) ihren Rückstand auf den Führenden Daniel Knyss (2090). „Wenn man sieht, wer heute gewonnen hat, dann war nicht mehr drin. Für uns war wichtig, Hanno vorne zu platzieren und das hat mit dieser starken Mannschaftsleistung geklappt“, zeigte sich Franco Adamo zufrieden. „Ich glaube fest daran, dass er das Gelbe Trikot in den nächsten Rennen zurückerobern kann.“

Ergebnisse Rad am Ring 2017:

1. Bart van Damme (Grinta!)

2. Michael Markolf (Corratec)

3. Anthony Spysschaert (DKS)

8. Hanno Rieping

9. Kai Miebach

14. Holger Koopmann

17. Nils Kessler

19. Denis Holsinger

20. Christian Thomas

31. Daniel Eisele

49. Joscha Weber

55. Timo Dahlheimer

61. Jan Münch

65. Marco Schuchert

Bericht von: Joscha Weber

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Über Piero Adamo

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