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Nils Kessler Zweiter der Tour de Kärnten

Mit sechs Etappen ist die Tour de Kärnten Österreichs größtes und anspruchsvollstes Jedermannrennen. Nach 450 Kilometern und 7500 Höhenmetern triumphiert Tour-Transalp-Sieger Mathias Nothegger. Direkt dahinter: Strassacker-Fahrer Nils Kessler, der die Rundfahrt durch Österreich eigentlich nur zur Vorbereitung nutzen wollte.

Das Finale ist ein Kampf Mann gegen Mann. Offenes Visier, keine taktische Spielchen. Der Anstieg hinauf zum 1732 Meter hohen Dobratsch wird die Karten aufdecken, so oder so. Nils Kessler ist nervös vor dem Start, er weiß, dass es für ihn um das Podium geht. Der Strassacker-Bergspezialist liegt nach fünf Etappen auf Rang drei, Platz zwei ist in Schlagdistanz. Und anders als in früheren Jahren wird das entscheidende Bergzeitfahren von Villach hinauf zum Skigebiet am Dobratsch nicht als Einzelzeitfahren ausgetragen, sondern als Bergrennen mit Gruppenstart. Der Kampf um die Gesamtwertung der Tour de Kärnten wird auf der Schlussetappe also zum Shootout der Besten.

Als der Startschuss im Tal an der Villacher Alpenarena fällt, stürmt die Favoritengruppe los. Allen voran: Mathias Nothegger (NOM-training.com). Er ist der Dominator dieser Tour de Kärnten, fährt am Berg trotz starker Konkurrenz in einer eigenen Liga. Seine Gegner müssen den Gesamtführenden am 16 Kilometer langen und durchschnittlich 7,2 Prozent steilen Anstieg bald ziehen lassen, doch dahinter entwickelt sich ein packendes Rennen um die Plätze. Mit einer konstanten Tempoverschärfung lässt Nils Kessler seine Verfolger stehen und sichert sich mit Tagesrang zwei auch den zweiten Platz in der Gesamtwertung vor Martin Geretschnig (Bernhard Kohl Racing Team).

Zwei Etappensiege durch Kessler und Mai

Dabei war Kessler vor allem mit dem Ziel, sich auf die Tour Transalp (gemeinsam mit Teampartner Florian Vrecko) vorzubereiten, zum Etappenrennen nach Kärnten gereist. „Mit so einem starken Team an meiner Seite fiel es mir am Ende deutlich leichter, einen Podestplatz zu erobern.  Tom Walther  und  Christoph waren immer bei mir“, lobte Nils Kessler seine Kollegen im Ziel. Das erwähnte Duo fuhr dank starker Leistungen selbst auf die Plätze fünf und sechs im Gesamtklassement. „Glückwunsch an unsere Fahrer. Das sind saustarke Ergebnisse, wir haben ein sehr positives Bild in Kärnten abgegeben“, freute sich Teamchef Franco Adamo, denn die Platzierungen im Gesamtklassement waren längst nicht die einzigen Erfolge, die seine Mannschaft aus Kärnten mitnahm.

Bereits beim 39 Kilometer langen Auftaktzeitfahren um den Ossiacher See feierte Team Strassacker mit Rang drei durch Holger Koopmann den ersten Podestplatz und Christian Thomas komplettierte das Ergebnis als Tagesfünfter. Auf der zweiten, wellig profilierten Etappe sollte es noch besser kommen: Mit einer späten Attacke aus einer achtköpfigen Spitzengruppe gewann Christoph Mai an der Villacher Alpenarena als Solist die Etappe, mit Nils Kessler (5.), Tom Walther (9.), Florian Anders (11.) und Christian Thomas (12.) fuhren vier weitere Strassacker in die vorderen Plätze.

„Wir haben uns teuer verkauft“

Tagsdarauf konnte sich Nils Kessler gemeinsam mit dem Gesamtführenden Mathias Nothegger am 1379 Meter hohen Flattnitz absetzen und sicherte dem Team in der Altstadt von Feldkirchen einen weiteren Etappensieg. Tom Walther, der sich über sein Abschneiden beim Auftaktzeitfahren (14.) noch geärgert hatte, zeigte eine aufsteigende Formkurve und wurde Dritter der Etappe über das Dach der Tour. Auf der vierten Etappe wartete die erste Bergankunft auf das Fahrerfeld. Ein schmaler, steiler Weg hinauf zu einem Bauernhof in Buggl in Bach zersprengte die Favoritengruppe. Mathias Nothegger gewann souverän vor Johannes Hermann (Team Baier Landshut), das Strassacker-Trio Nils Kessler, Christoph Mai und Tom Walther belegte die Plätz drei bis fünf. Auch die fünfte Etappe nach Bad Bleiberg ging in beeindruckender Weise an Mathias Nothegger: Der Österreicher, der als Coach auf Gran Canaria lebt und arbeitet, setzte an der Schlusssteigung hinauf nach Bad Bleiberg einen gewaltigen Angriff, ließ alle Verfolger stehen und stellte auch noch eine Ausreißergruppe – zum Leidwesen des Teams Strassacker. Denn die Fahrer in Celeste hatten ihren frisch gebackenen A-Fahrer Christian Thomas in eine dreiköpfige Fluchtgruppe geschickt. Erst kurz vor der Bergkuppe wurde Thomas, der sich in einem möglichen Sprint der Spitzengruppe einiges ausrechnen hätte können, von Nothegger gestellt und wurde Tagesvierter.

So zieht das Team Strassacker mit zwei Etappensiegen, drei Fahrern in den Top 5 sowie zahlreichen Spitzenplatzierungen ein mehr als positives Fazit der Tour de Kärnten. „Wir haben uns teuer verkauft und sind als homogene Mannschaft aufgetreten“, sagte Holger Koopmann, der das Team als Capitain de la route anführt. „Und die Tour de Kärnten war zugleich ein exzellentes Training für die kommenden Aufgaben.“ Die nächste heißt: Rund um Köln am 10. Juni.

Ergebnisse Tour de Kärnten:

1. Mathias Nothegger (NOM-training.com)

2. Nils Kessler

3. Martin Geretschnig (Bernhard Kohl Racing Team)

5. Tom Walther

6. Christoph Mai

18. Florian Anders

21. Christian Thomas

47. Caspar Rüter

50. Holger Koopmann

83. Jan Münch

100. Marcus Stegmaier

236. Timo Dahlheimer (nach Defekt)

 

Copyright Fotos liegt bei allen bei nina elsässer.com goes radsport

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