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Hanno Rieping sprintet in Köln zum Sieg

Unser zweites GCC-Rennen 2018, der zweite Sieg: Hanno Rieping gewinnt wie schon bei der Tour d’Energie auch bei Rund um Köln im Sprint. Dank einer erneut starken Teamleistung geht auch die Mannschaftswertung wieder an Strassacker.

Man kann die Geschichte des Jedermannrennens von Rund um Köln („Skoda Velodom“) mit dem strahlenden Sieger beginnen. Oder aber mit einem, der es hätte werden können. Kilometer 94, Ortschaft Sand: Es kracht im Vorderfeld. Plötzlich steht da ein Fahrer im Strassacker-Trikot auf der Straße, die an dieser Stelle rund 14 Prozent steil den Berg hoch geht. Kai Miebach muss anhalten, seine Kette hat sich beim Schalten eingeklemmt, rien ne va plus. Keuchend stiefeln seine Konkurrenten an ihm vorbei, während der Gießener versucht, die Kette wieder ihrem angestammten Ort zuzuführen, vergeblich. „Aber sie hat sich fest eingeklemmt. Und so habe ich über eine Minute gebraucht, um sie wieder frei zu kriegen“, wird er später frustriert im Ziel berichten. Letzteres erreicht er als 55. mit knapp sieben Minuten Rückstand. Nach zuletzt ansteigender Formkurve hätte es sein Rennen werden können, aber so ist das manchmal im Radsport.

 

Wir wollten das Rennen schwer machen“

Team Strassacker ging in die 123 Kilometer von Rund um Köln mit einer Doppelstrategie: Entweder eine eigene Attacke kommt durch oder im Sprint soll es Miebach richten, der mehrfach schon ganz nah dran war am GCC-Tagessieg. In Köln wollte ihn das Team für seine bisher stets mannschaftsdienliche Fahrweise belohnen. „Wir wollten das Rennen schwer machen. Und nach allem, was ich von unseren Konkurrenten gehört habe, ist uns das auch gelungen“, sagte Road Captain Holger Koopmann mit einem Grinsen nach dem Rennen. Nachdem Strassacker das durchaus flotte Rennen in der Anfangsphase nur kontrollieren wollte, ging es in Odenthal in die erste Steigung des Tages. Oben in Bechen war das bis dahin riesige Feld auf rund 120 Fahrer ausgedünnt. Die folgenden kurzen Stiche in Sand und Bensberg brachten wie erwartet keine große Veränderung der Rennsituation.

Doch der vierte Anstieg in Lüghausen war im Strassacker-Roadbook rot angestrichen: Hier wollte die Mannschaft aus Süßen etwas probieren. Chris Mai, Nils Kessler und Tom Walther zogen dank ihrer formidablen Tour-de-Kärnten-Form im Steilstück durch und rissen mit einer kleinen Spitzengruppe ein Loch zum Feld, doch das wurde bald darauf wieder zugefahren. Direkt im Anschluss stiefelten Holger Koopmann und Florian Bauer auf welligem Terrain mit zwei Begleitern weg, auch ihr Vorstoß wurde jedoch neutralisiert. Doch Bauer hatte noch nicht genug: Als Solist setzte er sich ab und fuhr bis zum folgenden Anstieg in Bärbroich an der Spitze. „Da haben mich die Kräfte dann irgendwann verlassen, die Beine wurden einfach müde“, so der Bonner Spezialist für Soloattacken später. Mit Chris Mai und Florian Anders versuchten es zwischen Sand und dem Schloss Bensberg zwei weitere Fahrer der Kunstgießerei Strassacker, doch im dezimierten Fahrerfeld fanden sich immer noch Kräfte für die Verfolgung.

 

Die Transalp wartet

Weitere Attacken im Flachstück zurück in die Kölner Innenstadt, unter anderem von Tom Walther, brachten nichts Zählbares ein. Daher reihte sich die Mannschaft geschlossen an der Spitze ein, um den Sprint vorzubereiten. Der Sprintzug lief nicht optimal und dennoch schossen die Fahrer in Celeste weit vorne von der Severinsbrücke auf die 700 Meter lange Zielgerade am Kölner Rheinufer. Die schnellsten Beine hatte einmal mehr der amtierende GCC-Champion Hanno Rieping, der hier im Vorjahr noch knapp an Daniel Knyss gescheitert war. Maxime Haot, der für die stark auftretende belgischen Mannschaft O2 Team Liege an den Start ging, wurde Zweiter, vor dem gewohnt sprintstarken Martin Lensing vom Leeze-Biehler-Team. Florian Anders zeigte mit Platz vier erneut eine sehr starke Leistung und dank weiterer vier Fahrer in den Top 15 (Chris Mai, Nils Kessler, Joscha Weber und Holger Koopmann) hieß der Sieger der Teamwertung am Ende wie schon in Göttingen: Strassacker. „Ich habe vor der Saison gesagt: Eine Steigerung ist möglich. Das Team ist großartig, alle ordnen sich dem gemeinsamen Ziel unter. Und Hanno hat nach dem Pech von Kai die Sache in die Hand genommen und in seiner unnachahmlichen Manier gewonnen“, freute sich Teammanager Franco Adamo über den Erfolg auf ganzer Linie.

Nächstes Highlight für die Mannschaft: Die Tour Transalp über sechs Etappen, bei der Florian Vrecko und Nils Kessler sowie Tom Walther und Chris Mai jeweils als Duo mit guten Aussichten an den Start gehen.

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Ergebnisse Skoda Velodom 2018

1. Hanno Rieping

2. Maxime Haot (O2 – Team Liege)

3. Martin Lensing (Leeze Biehler Cycling Team)

4. Florian Anders

11. Chris Mai

12. Nils Kessler

13. Joscha Weber

15. Holger Koopmann

18. Denis Holsinger

33. Tom Walther

38. Caspar Rüter

40. Florian Bauer

55. Kai Miebach

65. Jannik Wüster

Über Florian Anders

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