Nürburgring
Hitzeschlacht „Grüne Hölle“
Nachdem am Vorabend bei der Eröffnungsfeier von "Rad&Run am Ring" noch feierliche Worte zum zehnjährigen Bestehen unseres Teams gewechselt wurden, ging es am nächsten Tag bei heissen Temperaturen von über 30 Grad mächtig zur Sache.
Auf der legendären, schweren, 25 km langen Nordschleife geht es an der "Hohen Acht" nicht nur mit bis zu 17 % Steigung bergan, sondern in der "Fuchsröhre" auch kurvig bergab, wobei von einigen Teamfahrern diesmal Spitzengeschwindigkeiten von über 98 km/h gemessen wurden.
Das Team war auf beiden Streckenlängen vertreten. Der Startblock für das 75 km Rennen wurde nicht wie in der Ausschreibung beabsichtigt 4 Minuten nach dem 150 km Rennen gestartet, sondern nur 2 Minuten. Dieser Abstand sollte sich im weiteren Renngeschehen als zu kurz für die Spitzenfahrer der fast 700 Fahrer starken Startgruppe erweisen.
Diesmal war es unser Teamchef Franco persönlich, der hochmotiviert als Anfahrer das gesamte Starterfeld die Start-/Zielgerade hinunter anführte und damit schonmal das Tempo für die erste Runde vorgab.
Noch auf dem Formel 1 Grand-Prix-Kurs fuhr die Spitzengruppe dann jedoch auf die Nachhut des B-Blocks des 150 km Rennens auf. Nach 11 km, am Beginn des 4 km Anstiegs zur "Hohen Acht", war man dann völlig in das Feld des A/B-Blocks eingetaucht. Hatten wir uns vorher überlegt, das wir mit einer Attacke bis zur dritten und letzten Überfahrt warten wollten, spielte uns diese unübersichtliche Situation jetzt in die Karten. Das Tempo war in dieser ersten Runde am Berg hoch, doch Günter Höllige war trotzdem in der Lage das Tempo zu erhöhen und sich langsam aus der Spitzengruppe zu lösen. Es schien aber den Meisten nicht so richtig aufzufallen und die anderen hatten nicht mitbekommen, wer da weg war.
Günter fuhr ein beherztes Rennen und schaffte es tatsächlich zur Spitzengruppe des 150 km Rennens aufzuschliessen in der sich auch die Teamkollegen der Langstrecke Alexander Gayo, Frank Keller, Franz Seefried, Jürgen Grauschopf und Marc Leischner befanden.
Damit hatte sich die Taktik schlagartig geändert. Holger Koopmann, Philippe Deckers und Frank Stenzel konterten jetzt Attacken und Tempoverschärfungen anderer Fahrer und verschleppten insgesamt das Tempo um zu verhindern das man von hinten ebenfalls auf die Spitzengruppe 150 km, die sich Zeitweise auf Sichtweite (nur 400 m weiter vorne) befand, auffuhr.
Wie erwartet, wurden bei den 150ern jeweils beim Anstieg auf die "Hohe Acht" Angriffe von den leichteren "Bergflöhen" gestartet, was zur Folge hatte, dass das Feld sich immer weiter auseinanderzog. Bei den 75ern kontrollierten Holger und Philippe das Feld im Anstieg.
Trotz der hervorragenden und unverzichtbaren Getränkereichung, durch unsere Supporter Alexandra und Bettina, zollten die heissen Temperaturen langsam ihren Tribut und einige Teamkollegen der 150er mussten nach harter Teamarbeit wegen Muskelkrämpfen die Segel streichen.
Unser neuer Teamkollege Franz Seefried fühlte sich nach drei Runden so stark, dass er Günter Höllige auf den letzten Kilometern zum Ziel noch Windschatten bot, bevor es für ihn in die letzten drei Runden ging und er das Rennen auf einem hervorragenden 7. Platz beenden konnte (Großartiges Debüt - Herzlich Willkommen im Team!). Auch Frank Keller kämpfte großartig gegen die Schmerzen und Krämpfe, die einem die Grüne Hölle immer wieder abverlangt, und kam auf Platz 30. ins Ziel.
Im 75 km Rennen wurde Günter für seine grandiose Leistung mit dem 1. Platz belohnt. Holger, der in der dritten Runde an der "Hohen Acht" attackierte und sich mit einem weiteren Fahrer absetzen konnte, sowie Philippe und Frank S. sorgten mit ihren tollen Ergebnissen für die Wiederholung des Vorjahreserfolges beim Gewinn der Teamwertung des 75 km Rennens. Belohnt wurden wir dafür mit einem der wunderschönen, aus dem Haus unseres Teamsponsors produzierten und gestifteten, Pokale für alle "Rad am Ring"-Gewinner.
Die Ergebnisse im Einzelnen:
75 km:
Teamwertung: 1. Platz - 8:36:23 h
Günter Höllige (Gesamt 1, AK 1)
Holger Koopmann (Gesamt 2, AK 1)
Philippe Deckers (Gesamt 5, AK 2)
Frank Stenzel (Gesamt 10, AK 6)
Peter Weingrill (Gesamt 21, AK 9)
Markus Kunde (Gesamt 469, AK 163)
Franco Adamo - (ausgestiegen)
Sergey Schwarzkopf - (ausgestiegen)
150 km:
Teamwertung: (ausgestiegen)
Franz Seefried (Gesamt 5, AK 3)
Frank Keller (Gesamt 30, AK 3)
Alexander Gayo - (ausgestiegen)
Jürgen Grauschopf - (ausgestiegen)
Marc Leischner - (ausgestiegen)
Autor: Team Strassacker
Nürburgring - mit 98,2 km/h in der Grünen Hölle unterwegs
Sonntag, 22. August 2010
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